Gesundheitsprojekt 2012

 Leitprinzipien zum Konzept: Über Gespräche und Kunst zu einer besseren Gesundheit

 Statement zur  Gesundheit der Roma

Ausgangslage: seit 2004 bewegen wir uns intensiv als BeraterInnen des Vereins Im.Ausland in dem Feld gesundheitlicher und sozialer Beratung. Wir, das sind eine Sozialarbeiterin mit langjähriger Erfahrung im Sozial-und Gesundheitsbereich und ein psychologisch ausgebildeter Multiplikator für die Bereiche Gesundheit und Soziales.

Daraus ergibt sich für uns folgender Blick auf die für die Gesundheitssituation der zugewanderten Roma in Wien und Niederösterreich wichtigen Faktoren:

  • Negative Erfahrungen:  Roma haben, als community betrachtet, kein Vertrauen in Institutionen und Systeme, sie haben kein Vertrauen sich medizinisch behandeln zu lassen und sind daher auch nicht offen für Informationen, die aus einer Institution kommen
  • Community interpreting: relevante Informationen sollten sowohl muttersprachlich übersetzt als auch mit dem traditionellen Wissen und der Alltagserfahrung der community in Verbindung gebracht werden. Die Mehrsprachigkeit von Broschüren und Folder greift zu wenig, es ist eigenes Personal aus der Roma-community im Sinne von „community interpreters“ ( zu diesem Thema siehe Studie „Wien-Gesunde Stadt 1996) notwendig
  • Vorsorgeuntersuchungen: besonders wichtig ist es ,Roma die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen  und einer gesundheitsfördernden Lebensweise nahezubringen.

Daher ist unser Verein zur Zeit damit beschäftigt, ein Projekt zur Gesundheitsförderung mit dem Titel „Wir lernen voneinander“ beim Fonds Gesundes Österreich einzureichen.

Pflegepersonal: sowohl in den Krankenhäusern als auch in der mobilen Pflege, sollte das Pflegepersonal in romaspezifisch kultursensibler Pflege, eingeschult werden

  • Dolmetschdienste: in den Krankenhäusern sollten Dolmetscher für Roma-Sprachen  eingesetzt werden, wobei es einer eigenen Schulung bedarf. KrankenhausdolmetscherInnen müssen ja auch in Situationen dolmetschen, in denen es um schwerwiegende Entscheidungen oder um Leben und Tod geht
  •  Ausbildung:Planung einer Kampagne zur Motivierung von Roma für Pflegeberufe und Schaffung von Stipendien für die Ausbildung.

Zusammenfassend folgendes Zitat:

„In fast allen Ländern der Welt ist auch unter den PatientInnen in Krankenhaus eine ethnische Vielfalt zu beobachten, die teils auf schon lange bestehende Mehrheits/

Minderheitenverhältnisse zurückgeht, teils durch neuere

Migrations-oder Fluchtbewegungen bedingt ist. Hier muss eine kultursensible Pflege ansetzen. Zahlreiche Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass eine qualitativ

hochstehende Pflege bei PatientInnen aus anderen Kulturen nur dann möglich ist, wenn sowohl eine hohe interkulturelle Kompetenz als auch geeignete Strukturen als Resultat einer „interkulturellen Öffnung“ der Institution vorhanden sind.

Interkulturelle Kompetenz beginnt bei der Erkenntnis der Bedingtheit der eigenen Kultur, setzt Bereitschaft zur Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturen, den Abbau von Ängsten und den Erwerb von Wissen voraus. Dabei sollten kulturelle Unterschiede weder unter-noch überbewertet werden. Nicht jede bei der Pflege auftauchende Frage ist auf kulturbedingte Faktoren zurückzuführen; andererseits kann aber auch ein Übersehen von Unterschieden statt zu einer gerechten Gleichbehandlung zu gravierender Benachteiligung führen.“

Zitat aus:

Elisabeth Seidl/Ilsemarie Walter: Multikulturalität im Krankenhaus aus der Sicht der Pflegepersonen,2010

Böhlau Verlag

 Weitere Kompetenzbildung im Bereich Gesundheit:

Der Verein Im.Ausland arbeitet an Konzepten zur

aktivierenden Informationsweitergabe über das Thema Gesundheit für die Roma-community, in Verbindung mit deren traditionellem Wissen und deren Alltagserfahrungen.

Wir planen die Ausbildung von Brückenpersonen

aus der community, die dann als „community interpreters“ arbeiten können

Besonderheiten des Projekts: Besonderes Augenmerk wird auf die Zielgruppe der Roma gelegt, deshalb wird bei jeder Gruppe ein/eine Multiplikator/Multiplikatorin aus der Roma- Community eingebunden.

Dieses Projekt basiert auf Gendergerechtigkeit, Integration und Bildung.

Bei  diesem Projekt wird  auf die Entwicklung von Partizipation im Sinne der EU-Richtlinien geachtet. Start des Projektes: 2012.

Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen.

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